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Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs – Heilungschancen durch Früherkennung

Offenburg, Februar 2012 – Am 4. Februar 2012 ist Weltkrebstag. Viele Gesundheitsorganisationen sowie Kliniken in Deutschland und weltweit nutzen diesen Anlass, um über Themen wie die Krebs-Früherkennung zu informieren.

Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen. In Deutschland erkranken jährlich rund 58.000 Frauen an Brustkrebs, 6.000 erhalten im gleichen Zeitraum die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Hoffnungsschimmer im Kampf gegen den Krebs: Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. In den beiden Frauenkliniken mit ihren zertifizierten Brustzentren am Ortenau Klinikum in Lahr und in Offenburg Ebertplatz nehmen die gynäkologische Früherkennung daher eine wichtige Rolle ein: Modernste medizinische Technik auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse für Diagnose und Behandlung wird hier mit fürsorglicher Betreuung verbunden.
 
Krebs entwickelt sich in der Regel schleichend und über Jahre. „Vorstufen lassen sich heute jedoch häufig schon lange Zeit vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit erkennen“, so Dr. Winfried Munz, Chefarzt der Frauenklinik in Offenburg. Um mögliche Zellveränderungen so früh wie möglich aufzuspüren, sollte zum Beispiel das regelmäßige Abtasten der Brust vor dem Spiegel für Frauen ab 30 zur Gewohnheit werden – ab diesem Alter steigt das Risiko, ein Mammakarzinom, so der medizinische Name für Brustkrebs, zu entwickeln. Insbesondere setzen die Gynäkologen in den beiden Brustzentren auf neueste bildgebende Diagnoseverfahren vom hochauflösenden Ultraschall bis zur Kernspintomografie. Außerdem ist das Brustzentrum mit den Mammografie-Screening-Einheiten in Offenburg und Lahr eng verbunden.
 
Allein das Brustzentrum in Offenburg behandelte im Jahr 2010 über 300 primäre Brustkrebsfälle. Bei Anzeichen auf ein Mammakarzinom erarbeiten die Ärzte einen entsprechenden, persönlichen Therapieplan. „Unser Ziel ist eine individuell auf jede Patientin abgestimmte Therapie“, betont Dr. Munz. Dazu trägt auch der intensive Kontakt zu den niedergelassenen Ärzten bei. „In Absprache mit der Patientin entwickeln wir in enger Zusammenarbeit beispielsweise mit der Onkologischen Ambulanz sowie der Abteilung für Radio-Onkologie ein individuelles Behandlungskonzept, welches die Tumorbiologie und das Lebensalter berücksichtigt“, erläutert Dr. Munz.

Diagnostik und Behandlungen folgen strikt den durch internationale Studien gesicherten Erkenntnissen der modernen medizinischen Forschung. Bei den OPs setzt man vor allem auf sanfte Operationsverfahren wie die sogenannte Schlüsselloch-Chirurgie. Bei der Schlüsselloch-Chirurgie werden über kleine Schnitte von nur etwa fünf Millimeter Größe spezielle Instrumente und eine Miniaturkamera in das Operationsgebiet eingeführt. Zu den Vorteilen der sanften Operationsverfahren zählen eine Verminderung der Wundschmerzen, kleinere Narben und ein kürzerer Aufenthalt im Krankenhaus. Kleine Eingriffe werden häufig auch ambulant vorgenommen, so dass keine stationäre Aufnahme erforderlich ist.

Gebärmutterhalskrebs – ein Interview

Fragen an Dr. Winfried Munz, Chefarzt der Offenburger Frauenklinik mit Brustzentrum und Gynäkologischem Krebszentrum

Herr Dr. Munz, was ist die Ursache für Gebärmutterhalskrebs?

Die häufigste Ursache ist eine Infektion mit bestimmten Typen des sogenannten humanen Papillomvirus (HPV). Die Viren werden durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt übertragen, meist beim Geschlechtsverkehr. Bei den meisten infizierten Frauen heilt eine HPV-Infektion ohne Therapie und ohne Folgen aus. Doch bei ca. 10% der betroffenen Patientinnen bleibt die Infektion dauerhaft bestehen und kann Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen.

Woran erkennt eine Patientin eine Erkrankung?
Tückisch ist, dass das sogenannte Zervixkarzinom zunächst keine Schmerzen verursacht, sondern Symptome wie beispielsweise leichte Schmierblutungen zeigt, die leicht mit anderen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden können.

Ab wann ist beim Gebärmutterhalskrebs eine Früherkennung und Impfung möglich beziehungsweise sinnvoll?
Gebärmutterhalskrebs zählt zu den wenigen Tumorerkrankungen, die man schon vor der eigentlichen Krebsentwicklung behandeln kann – auch eine frühzeitige Heilung ist möglich. Erste Anzeichen dieser Krebserkrankung können bereits ab dem 20. Lebensjahr durch eine jährliche gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung aufgespürt werden. Mit Hilfe von Gewebetests, etwa dem sogenannten Pap-Test, können 80 bis 90 Prozent der auffälligen Gewebeveränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Eine Impfung kann gegen die häufigsten krebsauslösenden Virustypen schützen, bietet aber keinen hundertprozentigen Schutz. Deshalb sollten auch HPV-geimpfte die Früherkennung weiter nutzen.
 
Wir informieren Sie, dass diese Meldung als Artikel in der klinikinternen Patientenzeitschrift Ortenau Gesundheitswelt aktuell veröffentlicht ist.

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