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Pressemeldung
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Scherer: „Mit dem heutigen Beschluss zum Klinikneubau Offenburg hält die Kreispolitik Wort – und das nur fünf Jahre nach dem politischen Grundsatzbeschluss zur Agenda 2030!“

Kreistag beschließt Errichtung des Klinikneubaus in Offenburg mit Multi-User-Zentrum und Funktionsgebäude / Investition von über 600 Millionen Euro in die „Zukunft Gesundheit“ im Ortenaukreises

Um Patienten aus Offenburg und dem gesamten Ortenaukreis eine erstklassige, stationäre Gesundheitsversorgung zu bieten, werden der Ortenaukreis und das Ortenau Klinikum bis 2030 in Offenburg einen Klinik¬neubau der höchsten Versorgungsstufe errichten. Der Kreistag des Ortenaukreises stimmte heute mit großer Mehrheit (zwei Gegenstimmen) für die Realisierung eines Klinikneubaus sowie eines Multi-User-Zentrums und eines Funktionsgebäudes auf dem dafür vorgesehenen Klinikcampus am Standort „Holderstock“. Der Kreistag folgte damit einer Empfehlung des Verwaltungsrates des Ortenau Klinikums. Mit dem Vorhaben werden über 600 Millionen Euro in den Gesundheitsstandort Ortenaukreis investiert.

„Die Entscheidung zur Errichtung des Klinikneubaus in Offenburg ist ein weiterer Meilenstein auf unserem Ortenauer Weg Agenda 2030“, freute sich Landrat Frank Scherer über den Beschluss des Kreistags. „Mit dem Klinikneubau in Offenburg, dem bereits begonnenen Klinikneubau in Achern und dem kürzlich beschlossenen Klinikneubau in Lahr werden wir in wenigen Jahren in der Ortenau über eine hochmoderne, leistungsfähige klinische Infrastruktur verfügen, die eine Gesundheitsversorgung auf höchstem Niveau gewährleistet. Die Kreispolitik hält Wort, nur fünf Jahre nach dem politischen Grundsatzbeschluss der Agenda 2030 beschließt der Kreistag den Klinikneubau Offenburg – das ist Ortenau-Geschwindigkeit“, dankte Scherer dem Kreistag und allen an den vorbereitenden Planungen Beteiligten. „Angesichts der raschen Veränderungen im Gesundheitssektor zeugt unser Zukunftskonzept mit der Errichtung von Klinikneubauten in Achern, Lahr und Offenburg sowie Zentren für Gesundheit an allen ehemaligen Klinikstandorten von großer kreispolitischer Weitsicht. Ich bin dem Land und namentlich Minister Manne Lucha sehr dankbar, dass er uns bei unserer Agenda 2030 seit Beginn mit voller Kraft unterstützt“. 

Auch Vorstandsvorsitzender Christian Keller begrüßte die Entscheidung: „Alle Planungen befinden sich auf der Zielgeraden.“ Größere Abweichungen bei den Kosten sowie in der Zeitplanung seien nicht mehr zu erwarten. 

Offenburgs Oberbürgermeister Marco Steffens sagte nach der Entscheidung: „Der Klinikneubau in Offenburg stärkt unser Profil als attraktives Oberzentrum der Ortenau und leistet einen entscheidenden Beitrag zu einer zukunftsweisenden Gesundheitsversorgung in der Region. Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Zustimmung des Kreistages der Umsetzung dieses Großprojekts einen weiteren Schritt nähergekommen sind. Eine moderne, zeitgemäße und patientenorientierte Gesundheitsversorgung ist unerlässlich für die Menschen in der Ortenau.“

Das neue Ortenau Klinikum am Standort Offenburg ist das größte Bauprojekt innerhalb der Zukunftsplanungen von Kreis und Ortenau Klinikum. Der künftige Klinikcampus hat eine Größe von rund 20 Hektar und wird neben dem eigentlichen Klinikgebäude, einem Multi-User-Zentrum und einem Funktionsgebäude mit Strahlentherapie und Labor weitere gesundheitsrelevante Dienstleistungen wie ein Ärztehaus und eine Pflegeschule aufnehmen. Auch ein Verwaltungsgebäude für die Zentrale Klinikverwaltung wir auf dem Gelände gebaut. Das Klinikareal grenzt nördlich an den Stadtteil Nordweststadt an und liegt zwischen den Ortsteilen Bohlsbach und Bühl.

Das neue Ortenau Klinikum Offenburg wird als Maximalversorger 724 stationäre Betten sowie tagesklinische Angebote umfassen. In dem modernen, kompakten und klar strukturierten Klinikneubau werden nach der Inbetriebnahme im Jahr 2030 über 200.000 vollstationäre, tagesklinische und ambulante Patienten pro Jahr versorgt. Als Maximalversorger wird das neue Ortenau Klinikum Offenburg durch seine Vielzahl an Fachabteilungen breit aufgestellt sein und die bestmögliche Patientenversorgung unter einem Dach bieten. Die zentrale Notaufnahme wird gemäß den Anforderungen als überregionales Traumazentrum geplant. Die Fachabteilung der Neurologie bildet zusammen mit der Stroke-Unit-Einheit ein Schlaganfallzentrum, in dem alle Patienten sowohl diagnostisch als auch intensivmedizinisch optimal betreut werden. Den weiteren in Offenburg angesiedelten Zentren wie beispielsweise dem Brustzentrum, Darmzentrum, Viszeralonkologischen Zentrum, Prostatakarzinomzentrum, Shunt-Zentrum, Mutter-Kind-Zentrum und Gefäßzentrum werden räumlich beste Voraussetzungen zu einer optimalen Patientenversorgung zur Verfügung stehen.

Auch energetisch wird das Großprojekt deutliche Vorteile bringen. So hat der Kreistag für den Klinikneubau die Anwendung des höchsten Gebäudeeffizienzstandards "BEG 40" beschlossen. Der Klinikneubau in Offenburg sowie Nebengebäude auf dem Klinikcampus werden mit Fernwärme versorgt werden. Durch die Einsparung beim Energieverbrauch und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes leistet das Ortenau Klinikum einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz.

Mit seinem Beschluss gibt der Kreistag nicht nur grünes Licht für den eigentlichen Klinikneubau, sondern auch für ein Multi-User-Zentrum (MUZ) und ein Funktionsgebäude auf dem Klinikcampus. Das MUZ ist ein hochmodernes Logistikzentrum, welches direkt angrenzend an den Klinikneubau Offenburg errichtet werden soll. Diese Einrichtung wird zukünftig für alle Standorte des Ortenau Klinikums die Speiseaufbereitung übernehmen. Darüber hinaus zentralisiert das MUZ Bereiche wie die Arzneimittelversorgung, die Sterilgutversorgung oder die Wertstofftrennung und Abfallversorgung und schafft so Flächen- und Prozesssynergien. Eine Vorhaltung dieser Bereiche an jedem Standort ist damit nicht mehr notwendig. Der Standort Offenburg eignet sich als zugleich größte und zentral gelegene Betriebsstelle am besten für die Etablierung der zentralen, hochtechnologischen Logistikstrukturen. Im Funktionsgebäude sind die Strahlentherapie, die Nuklearmedizin mit PET-CT und das Labor (Großraumlabor und Mikrobiologie) untergebracht. Auch diese beiden Gebäude werden mit dem energetischen Standard eines Effizienzgebäudes 40 errichtet.

Die Gesamtinvestition für alle drei Gebäude beträgt rund 600 Millionen Euro. Dabei entfallen rund 473,2 Millionen Euro auf das eigentliche Klinikgebäude, rund 86,5 Millionen Euro auf das MUZ und rund 35,5 Millionen Euro auf das Funktionsgebäude. Weitere rund 20 Millionen Euro sind für ein Gebäude der Zentralverwaltung des Ortenau Klinikums auf dem Offenburger Klinikcampus veranschlagt. Der Ortenaukreis und das Ortenau Klinikum gehen davon aus, dass das Land Baden-Württemberg 60 Prozent der Kosten im Rahmen seiner Krankenhausfinanzierung übernimmt.

Das Ortenau Klinikum hat im Juni 2023 den Bauantrag für den Klinikneubau bei der Stadt Offenburg eingereicht. Eine Genehmigung wird voraussichtlich im Frühjahr 2024 erfolgen. Die aktuelle Zeitplanung sieht weiterhin vor, dass im Juli 2024 mit dem Bau des MUZ begonnen wird. Aufgrund der Verbindung zum Klinikneubau in Achern, der Ende 2027 fertiggestellt werden wird, soll das MUZ bereits Mitte 2027 in Betrieb gehen. Im März 2025 wird voraussichtlich mit dem Bau des Klinikgebäudes und Ende 2026 mit dem Bau des Funktionsgebäudes begonnen. Für beide Gebäude ist eine Inbetriebnahme im 1. Quartal 2030 geplant.
 

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Klinikneubau in Offenburg, Ansicht Haupteingang
Klinikneubau in Offenburg, Ansicht Haupteingang Bild: Ludes Architekten

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